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 Betreff des Beitrags: Appenzeller Sennenhund
BeitragVerfasst: Do 30. Dez 2010, 01:56 
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FCI - Standard Nr. 46 / 05. 05. 2003 / D

Ursprung
Schweiz

Datum der Publikation des gültigen Original-Standards
25. 03. 2003

Verwendung
Treib-, Hüte-, Wach-, Haus- und Hofhund. Heute auch vielseitiger Arbeits-und Familienhund

Klassifikation FCI
Gruppe 2 Pinscher und Schnauzer-
Molossoide-Schweizer
Sennenhund und andere
Rassen.
Sektion 3 Schweizer Sennenhunde.
Ohne Arbeitsprüfung.

Kurzer geschichtlichter Abriss
1853 wird im „Tierleben der Alpenwelt“ erstmals ein Appenzeller Sennenhund als ein „hellbellender, kurzhaariger, mittelgrosser, vielfarbiger Sennenhund“ beschrieben, der „strichweise in ganz regelmässigem, spitzartigem Schlag, teils zur Hut der Hütte, teils zum Zusammentreiben der Herde, vorzufinden ist.“ 1895 forderte der grosse Förderer der Rasse, Forstmeister Max Sieber, die SKG auf, etwas für den Appenzeller Sennenhund zu tun. 1898 stellte der Regierungsrat des Kantons St.Gallen SFr.400.-zur Hebung der Zucht des Appenzellers zur Verfügung. Im Auftrag der SKG wurde eine Kommission gebildet, Rassekennzeichen festgelegt und an einem Jahrmarkt in Altstätten 9 Rüden und 7 Hündinnen aufgestöbert. Sie erhielten Prämien zwischen Fr.5.-bis Fr.10.-. Als Folge davon erschienen 1989 an der ersten internationalen Hundeausstellung in Winterthur 8 Appenzeller in der versuchsweise eingeführten Klasse „Sennenhunde“. Dank der Anregung von Prof.Dr. Albert Heim, der sich sehr engagiert der Schweizer Sennenhunde und damit auch des „Appenzellers“ annahm, wurde 1906 der „Appenzeller Sennenhunde Club“ mit dem Zweck gegründet, die Rasse in ihrer Natürlichkeit zu erhalten und zu fördern. Mit der obligatorischen Eintragung der Welpen in das „Appenzeller Hundestammbuch“ begann die gezielte Reinzucht.

1914 erarbeitete Prof. A. Heim den ersten gültigen Rassestandard. Das ursprüngliche Zuchtgebiet war das Appenzellerland; heute wird die Rasse über die ganze Schweiz verteilt und über die Landesgrenzen hinaus in vielen Ländern gezüchtet. Der Begriff „Appenzeller Sennenhund“ ist heute klar umrissen und die Rasse als solche von den übrigen Schweizer Sennenhunden eindeutig abgegrenzt. Obschon der Appenzeller Sennenhund viele Liebhaber gefunden hat, ist die Zuchtbasis immer noch sehr klein. Nur durch verantwortungs-bewusstes Züchten wird es möglich sein, die natürlichen und hervorragenden Erbanlagen der Rasse zu erhalten und zu festigen.

Allgemeines Erscheinungsbild
Dreifarbiger, mittelgroser, fast quadratisch gebauter Hund, in allen Teilen harmonisch proportioniert, muskulös, sehr beweglich und flink, mit pfiffigem Gesichtsausdruck.

Wichtige Proportionen
• Widerristhöhe zu Körperlänge = 9 : 10, eher gedrungen als zu lang.
• Fanglänge zum Oberkopf = 4 : 5.

Verhalten / Charakter (Wesen)
Lebhaft, temperamentvoll, selbstsicher und furchtlos. Leicht misstrauisch gegenüber Fremden; unbestechlicher Wächter; freudig, lernfähig.

Kopf
In harmonischer Grössenverhältnis zum Körper, leicht keilförmig.

Oberkopf
Schädel
Ziemlich flach, am breitesten zwischen den Ohren, zum Fang hin sich gleichmässig verjüngend. Hinterhauptbeinhöcker sehr wenig ausgeprägt. Stirnfurche mässig ausgebildet.

Stop
Wenig ausgeprägt.

Gesichtsschädel
Nasenschwamm
Beim schwarzen Hund: schwarz, beim havannabraunen Hund: braun (möglichst dunkel).

Fang
Mittelkräftig, gleichmässig sich verjüngend, doch nicht spitz, mit kräftigem Unterkiefer. Nasenrücken gerade.

Lefzen
Trocken und anliegend, beim schwarzen Hund schwarz, beim havannabraunen Hund braun (möglichst dunkel) pigmentiert. Lefzenwinkel nicht sichtbar.

Kiefer / Zähne
Kräftiges, vollständiges und regelmässiges Scherengebiss; Zangengebiss toleriert. Ein (1) fehlender oder ein doppelter PM1 (Prämolar 1) und das Fehlen der M3 (Molaren 3) toleriert.

Backen
Sehr wenig ausgeprägt.

Augen
Ziemlich klein, mandelförmig, nicht vorstehend, etwas schräg gegen die Nase gestellt. Ausdruck lebhaft.

Augenfarbe
beim schwarzen Hund: dunkelbraun, braun.
beim havannabraunen Hund: helleres braun, aber so dunkel wie
möglich.

Augenlider
Gut anliegend, beim schwarzen Hund schwarz, beim havannabraunen Hund braun (möglichst dunkel) pigmentiert.

Ohren
Ziemlich hoch und breit angesetzt, hängend, in Ruhestellung flach und an den Backen anliegend getragen; dreieckig, an der Spitze leicht abgerundet. Bei Aufmerksamkeit am Ansatz angehoben und nach vorne gedreht, so dass, von vorne und oben gesehen, der Kopf mit den Ohren ein auffälliges Dreieck bildet.

Hals
Eher kurz, kräftig, trocken.

Körper
Kräftig, kompakt.

Rücken
Mässig lang, fest und gerade.

Lendenpartie
Kurz und gut bemuskelt.

Kruppe
Relativ kurz, in Fortsetzung der Rückenlinie flach verlaufend.

Brust
Breit, tief, bis zu den Ellenbogen reichend, mit deutlicher Vorbrust. Brustbein genügend weit nach hinten reichend. Rippenkorb von rund-ovalem Querschnitt.

Untere Profillinie und Bauch
Nur wenig aufgezogen.

Rute
Hoch angesetzt, kräftig, von mittlerer Länge, dicht behaart, Haare an der Unterseite etwas länger; In der Bewegung eng über die Kruppe gerollt, seitlich oder in der Mitte getragen. Im Stand Hängerute in verschiedener Ausprägung toleriert.

Gliedmaßen
Kräftiger, trockener Knochenbau.

Vorderhand
Gut bemuskelt, Stellung von vorn gesehen gerade und parallel, nicht zu eng.

Schultern
Schulterblatt lang und schräg liegend.

Oberarm
Gleich lang oder nur wenig kürzer als das Schulterblatt. Winkel zum Schulterblatt nicht zu stumpf.

Ellenbogen
Gut anliegend.

Unterarm
Gerade, trocken.

Vordermittelfuss
Von vorne gesehen in geradliniger Fortsetzung des Unterarms; von der Seite gesehen ganz leicht abgewinkelt.

Hinterhand
Gut bemuskelt, Stellung von hinten gesehen gerade und parallel, nicht zu eng. Die rassetypischen Winkelungen bewirken eine relativ „steile“ Hinterhand.

Oberschenkel
Ziemlich lang, zum Hüftbein (coxo-femoral Gelenk) einen relativ kleinen Winkel bildend.

Kniegelenk
Relativ offen.

Unterschenkel
Etwa gleich lang oder nur wenig kürzer als der Oberschenkel. Trocken und gut bemuskelt.

Sprunggelenk
Relativ hoch angesetzt.

Hintermittelfuss
Senkrecht und parallel gestellt, etwas länger als der Vordermittelfuss, weder ein- noch ausgedreht. Afterkrallen müssen entfernt sein, ausgenommen in Ländern, in welchen die operative Entfernung der Afterkrallen gesetzlich verboten ist.

Pfoten
Kurz, mit gewölbten, eng aneinanderliegenden Zehen und kräftigen Ballen.

Gangwerk
Kräftiger Schub, guter Vortritt. Im Trab, von vorne und von hinten gesehen, geradlinige Gliedmassenführung.

Haarkleid
Haar
Stockhaar, fest und anliegend. Deckhaar dicht und glänzend. Unterwolle dicht, schwarz, braun oder grau; Durchscheinen der Unterwolle unerwünscht. Leicht gewelltes Haar nur auf Widerrist und Rücken zwar toleriert, aber nicht erwünscht.

Farbe
Grundfarbe schwarz oder havannabraun, mit möglichst symmetrischen braun-roten und weissen Abzeichen. Kleine braun-rote Abzeichen (Flecken) über den Augen. Braun-rote Abzeichen an den Backen, an der Brust (links und rechts, im Bereich des Schulter-Oberarm-Gelenkes) und an den Läufen, wobei das Braun-rot stets zwischen schwarz bezw. Havannabraun und weiss liegen muss.

Weisse Abzeichen
• Gut sichtbare, weisse Blässe, die vom Oberkopf ohne Unterbrechung Über den Nasenrücken läuft und den Fang ganz oder teilweise umfassen kann.
• Weiss vom Kinn über Kehle ohne Unterbrechung bis zur Brust.
• Weiss an allen vier Pfoten.
• Weiss an der Rutenspitze.
• Weisser Nackenfleck oder halber Halsring toleriert.
• Durchgehender, dünner, weisser Halsring zwar toleriert, aber nicht erwünscht.

Größe
Widerristhöhe : Rüden : 52 - 56 cm,
Hündinnen : 50 - 54 cm.
Toleranz plus oder minus 2 cm.

Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
• Mangelndes Geschlechtsgepräge.
• Sehr langes oder unharmonisches Gebäude.
• Feine oder zu grobe Knochen.
• Ungenügende Bemuskelung.
• Sehr schwerer oder sehr leichter Kopf.
• Runder Oberkopf.
• Zu stark ausgeprägter Stop.
• Zu langer, zu kurzer, dünner, spitzer Fang. Nasenrücken nicht gerade.
• Zu stark ausgebildete Lefzen.
• Fehlen von mehr als einem PM1 (Prämolar 1).
• Zu stark entwickelte Backen.
• Runde, hervorstehende oder helle Augen.
• Zu kleine, zu grosse, abstehende, zu hoch- oder zu tief angesetzte Ohren.
• Senkrücken, Karpfenrücken.
• Abfallende oder überbaute Kruppe.
• Aufgezogener Bauch.
• Flacher oder tonnenförmiger Brustkorb; fehlende Vorbrust; zu kurzes Brustbein.
• Locker gerollte Rute, Rutenspitze mindestens noch die Rutenbasis berührend.
• Ungenügende Winkelung der Vorder- und/oder der Hinterhand.
• Ausgedrehte Ellenbogen.
• Weiche Vorderfusswurzelgelenke.
• Kuhhessigkeit.
• Länglich- ovale Pfoten (Hasenpfoten), gespreizte Zehen.
• Unkorrekter Bewegungsablauf, z.B.kurztrittig-stelzend, bodeneng, überkreuzend usw.
• Durchscheinen der Unterwolle.
• Zeichnungsfehler:
o Schwarze Tupfen im Weiss.
o Unterbrochene Blässe.
o Durchgehender, breiter, weisser Halsring.
o Unterteiltes Weiss an der Brust.
o Deutlich über die Vorderfusswurzel reichendes Weiss (Stiefel).
o Fehlendes Weiss an der Rutenspitze und den Pfoten.
• Unter- oder Übergrösse bezüglich Toleranzangaben.
• Unsicheres Verhalten, Temperamentlosigkeit, leichte Aggressivität.

Ausschließende Fehler
• Ängstlichkeit, Aggressivität.
• Rückbiss, Vorbiss, Kreuzbiss.
• Entropium, Ektropium.
• Blaues Auge, Glassauge.
• Sichelrute (Rutenspitze berüht die Rutenbasis nicht mehr), eindeutige Hängerute, Knickrute.
• Andere Haarart als Stockhaar.
• Fehlende Dreifarbigkeit.
• Andere Grundfarbe als schwarz oder havannabraun.
Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.
Quelle:

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